Zwei Schicksalsschläge an einem Tag

und plötzlich ist alles anders...

Schön, dass Du da bist auf meiner Bühne des Lebens! 

Das Leben ist ein Schauspielhaus - das Schicksal teilt die Rollen aus...

 
 

03.01.2020

Der neue Ordnungshüter zieht endlich ein

03.01.2020

Osimertinib .jpg

Lange, sehr lange habe ich darauf warten müssen, vermutlich sogar viel zu lange, aber jetzt halte ich ihn endlich in meinen Händen, den neuen Ordnungshüter namens Osimertinib von Tagrisso.

Es ist der 23.12.2019, einen Tag vor Weihnachten.
Soll das mein Weihnachtsgeschenk sein?
Nein, so sehe ich das nicht, denn aufgrund der traurigen Ereignisse fällt das Weihnachtsfest für uns komplett aus.

Einige mögen sagen, schade, gerade dann sollte man doch dankbar sein und in geradezu weihnachtliche Stimmung umschwenken. Nun, mag sein, aber wir sind nicht “Einige” und was “Andere” sagen ist deren Ansicht. Und die geht bekanntlich mit der unsrigen weit auseinander.

Wir sind weder in Weihnachtsstimmung, noch können  wir diese um uns herum ertragen.
Daher sieht man in unserem Wohnzimmer keinen geschmückten Weihnachtsbaum und auch sonst kein Weihnachtsgedöns herumstehen. Es fühlt sich einfach nicht richtig an!

Das gleiche gilt auch für Silvester.
Die Knallerei ist uns seit Jahren ein Dorn im Auge. Warum Menschen sinnlos die Umwelt verschmutzen und dafür eine Menge Geld ausgeben, welches sie dann gerne an gutem und gesundem Essen wieder einsparen, ist uns seit jeher schleierhaft. 
Das Leid der Tiere, welches an Silvester durch die Knallerei ausgelöst wird, ist nicht von der Hand zu weisen und trotzdem verzichtet der Mensch nicht auf diesen Krempel. Ich kann das nicht verstehen! Warum nur machen sie das, obwohl sie doch um das Ausmaß dessen wissen?

Wir jedenfalls sind noch vor Mitternacht im Bett, Rolladen runter. Wir haben uns verbarrikadiert und schlafen bei Meeresrauschen ein. (Wer mehr über die flexible Schlafapp erfahren möchte, schreibt mir einfach, kann ich wirklich wärmstens empfehlen!)
Der Jahreswechsel kommt weder überraschend, noch sehen wir ihn als Ereignis, den man begießen und feiern müsste. Die Parameter verschieben sich tatsächlich unter den gegebenen Umständen.

Seit dem 23.12.2019 nehme ich nun die neue Chemotablette und dennoch entwickeln sich weder die ziehenden Schmerzen im Rücken, noch die Lymphknoten am Hals (inzwischen ist auch die rechte Seite befallen) zurück.
Auch mein allgemeines Wohlbefinden wird nicht besser.
Mehr noch, ich entdecke vor gut zwei Wochen einen erbsengroßen Knubbel unter der Haut in Achselgegend rechtsseitig in Rückennähe, welchen man gut ertasten und auch mit der Haut hochziehen kann.
Natürlich bin ich beunruhigt. Allerdings hatte ich diesen Knubbelwuchs auch schon vor meiner ersten Chemotabletten-Therapie. Unter der Afatinib ist alles schön zurück gegangen. ALLES!

Hier ist es nun leider so, dass sich zu dem erbsengroßen Knubbel, der sich inzwischen zu einem echten Fladen entwickelt hat, nun auch zwei bis drei weitere Gleichgesinnte hinzustoßen.

Das Opiat Hydromorphon retard nehme ich weiter, eine morgens und eine abends. Leider ist auch hier die Wirkung nur gering. Die Schmerzen, wenn auch leichter sind dennoch permanent spürbar.

Außer gestern und vorgestern, da war ich seelig und zum ersten Mal schmerzfrei! So ein Glück! So eine Wohltat!

Leider haben Opiate eine unschöne Nebenwirkung und diese heißt Verstopfung.

Schlimm, wenn man das nicht in den Griff bekommt, jeder Schritt tut weh und das Unwohlsein wird nochmals gesteigert.

Da mir weder Abführmittel, noch Zäpfchen etc. geholfen haben, habe ich mich gestern in der Uniklinik spontan dazu entschlossen, mir ein Abführmittel intravenös geben zu lassen.

Im Normalfall setzt die Wirkung schnell ein, bei mir ließ natürlich auch diese auf sich warten.
Frau Schmidt ist eben kompliziert, anscheinend auch in diesem Bereich.

Heute fühle ich mich ausgelaugt und kraftlos. Kein schönes Gefühl.

Vorgestern allerdings, als ich schmerzfrei war, konnte ich einen riesigen und wunderschönen Neujahrsspaziergang machen. Leider begleitet durch Wadenkrämpfe, erst links, dann rechts…… Das ist eine typische Nebenwirkung des neuen Ordnungshüters. Auch platzen weiterhin die Finger und Hände unter ihm auf.

Nun stellt sich mir die Frage, woher die Schmerzlosigkeit der letzten zwei Tage kommt. Fängt nun der Ordnungshüter endlich an, seine Wirkung durchzusetzen? Oder ist es die Wirkung des Opiates?

Wir stehen vor einen Rätsel, welches natürlich auch die Ärzte der Uniklinik beschäftigt.

Es ist davon auszugehen, dass die Chemotablette bei mir entweder geringe oder keine Wirkung zeigt. Denn so langsam müsste sie das wirklich mal tun.

Am kommenden Montag will man eine erneute Biopsie machen und zwar wollen sie Flüssigkeit aus den Lymphknoten am Hals entnehmen und diese untersuchen, ob ich nicht vielleicht noch eine andere Mutation habe oder ob sich das nicht kleinzellige Lungenkarzinom nun in ein kleinzelliges Lungenkarzinom gewandelt hat.

Letztes wäre keine gute Diagnose!

Daher drückt mir bitte die Daumen, dass es das bitte nicht ist!!!

Michaela Schmidt - 15:20 | 1 Kommentar

  1. Caroline Grajfonar

    05.01.2020

    Liebe Michaela,
    ich drücke Dir ganz fest die Daumen und hoffe so sehr das sich letzteres nicht bestätigt ☘️☘️☘️

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