Zwei Schicksalsschläge an einem Tag

und plötzlich ist alles anders...

Schön, dass Du da bist auf meiner Bühne des Lebens! 

Das Leben ist ein Schauspielhaus - das Schicksal teilt die Rollen aus...

 
 

31.01.2020

Tag des ersten Chemo-Zykluses

10.01.2020

Sammle schne Augenblicke als Vorrat .jpg

Es kommt ja nicht von ungefähr. Es gibt schlaue Sprüche, es gibt dumme Sprüche, es gibt böse Sprüche, es gibt nette Sprüche und es gibt Sprüche da ist  eine Menge Wahrheit dran.

Früh geht es heute morgen los, sehr früh und trotzdem reicht am Ende die Zeit nicht mehr aus.

Mir geht es ausgesprochen schlecht. Eigentlich so schlecht wie noch nie in meinem Leben. Aber halt. Da möchte ich nicht vorgreifen, denn inzwischen ist doch noch mehr Zeit ins Land gestrichen und kann vorausschauend sagen, es geht sogar noch schlimmer…. dazu aber später mehr.

Wir sitzen im Wartezimmer der Uniklinik und ich warte auf meinen Aufruf zur Blutentnahme ins Labor, wo mir auch der Zugang gesetzt werden soll für das erste  Chemopaket und das sind so einige Päckchen Flüssigkeit. Essen und Trinken fällt mir sehr schwer. Ich habe starke Schmerzen und wie andere Patienten fröhlich ihr Brötchen auspacken, während sie an die ersten Beutel angeschlossen werden, ist mir absolut unergründlich.

Zum Glück hat man mir ein Bett besorgt. Mit diesen Schmerzen könnte ich selbst auf den bestimmt bequemen Wellness-Stühlen nicht lange Quartier einlegen.

Trotz Bett kann ich es im Liegen kaum aushalten. Man kümmert sich aber sehr vorsorglich um mich, das muss ich wirklich sagen.

Die Beutelchen, die vor mir ausgebreitet werden, vermag ich gar nicht zu zählen. Alles durchsichtig, harmlos aussehende Flüssigkeiten, inbegriffen Schmerzmittel, Antibiotikum, reine Flüssigkeit, da ich kaum selbstständig trinken kann und natürlich auch - wir kennen ihn alle noch - diesmal mit anderen Inhaltsstoffen: Der kleine grüne Kobolt. Er ist es wieder. Allerdings schlummern in ihm 4 verschiedene Wirkstoffe, die nicht ohne sind. Es sind Hammerwirkstoffe und diesmal werden sie auch meine Haare vertreiben. Wichtig jedoch, dass sie auch den Scheißkerl und seine Gefolgschaft vom Hof jagen!

Kobolt neu.jpg

Durch die vielen Medikamente, die man mir verabreicht, falle ich ab und an in einen tiefen, festen Schlaf. Das tut schon recht gut.

Trotzdem habe ich immer noch große Schmerzen, besonders im Rückenbereich und es kommt eine sehr nette Ärztin zu mir, die mich berät und die auch später nochmals nach mir sieht. Ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben.

Da ich im Augenblick mich vor allem ekele und so gut wie nichts essen und trinken kann, bekomme ich auch sehr viel “einfache” Flüssigkeit. Das macht natürlich die Anzahl der Beutel, die hier abzuarbeiten sind auch um einiges höher.

So vergeht die Zeit und sie reicht immer noch nicht aus. Denn die Station schließt bald, als Schwester Anne die Schicht hier übernimmt und sie müsste eigentlich unten auf der Station sein. Aber in aller Ruhe sagt sie, das packen wir, das ziehen wir jetzt hier durch. Sie macht mir Mut und sie steht stets mit Rat und Tat zur Seite, auch wenn nur noch das Putzpersonal um unsere Beine schwirrt.

Schwester Anne ist ein wahrer Ruhepol. Dafür sind wir ihr sehr dankbar!
Und als auch die letzten diese Station verlassen, so ist auch bei mir tatsächlich noch alles durchgelaufen.

Noch immer ist Schwester Anne da und fröhlich dabei. Einfach zu bewundern.

Wir verlassen zusammen die Station und steigen in unser Taxi.
Nach 12 Stunden Aufenthalt in der Uniklinik, dürfen wir wieder heimwärts fahren….das nun ist leider aber auch nicht mal eben um die Ecke.

Wie sehr so ein Tag schlauchen kann, zeigen dann die nächsten Tage. Und ich kann verraten: Es kommt noch schlimmer, wer hätte das gedacht?

Michaela Schmidt - 17:48 | 1 Kommentar

  1. Heinz

    01.02.2020

    Hallo Michaela,
    Seit einiger Zeit lese ich dein Blog. Ich weiß in etwa was du durchmachst, und finde es Klasse wie du schreibst und dein Schicksal verarbeitest. Wünsche dir und Micha viel Kraft, hoffentlich sehen wir uns unter besseren Umständen bald mal. Auch Grüße von Helga ( bin z.Zt. in Spanien)

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